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| Der Stamm Nietfeld ist einer von zwei Stutenstämmen
im Artland, die sich seit Beginn der offiziellen Stutenregistrierung
bis heute im Familienbesitz befinden. Erste urkundlich erwähnte
Stute ist im Jahr 1887 eine Wachfeuer-Tochter (1). Gleichzeitig
ist dieser Stamm aber auch ein prägnantes Beispiel dafür, dass sich
viele Stämme im Laufe der Generationen, bedingt durch Verkäufe,
aber insbesondere auch durch Heirat, über verschiedene Höfe des
Artlandes bewegt haben. Der Pferdestamm der Familie Nietfeld ist
seit seiner Registrierung 1887 bislang auf vier Höfen im Artland
beheimatet gewesen. Neben dieser Tatsache fällt bei diesem Stamm
die vergleichsweise schnelle Generationenfolge auf. Ursprünglich
waren die Pferde auf dem Stammhof der Familie in Langen ansässig
(A). Der abgehende Sohn des Hofes, Otto Nietfeld, erhielt anlässlich
seiner Hochzeit im Jahr 1921 u.a. die Stute „Nimara“ vom „Nordstar“
(7) als Hochzeitsgabe, womit der Stamm in Vehs (B) fortgesetzt wurde.
Besondere Bedeutung erlangte die Schwabenkind-Tochter „St. Pr. St.
Schmugglerin“(9), da es ihr gelang zwei Zweige des Stammes zu begründen,
die sich bis in die jüngste Vergangenheit im Familienbesitz befanden.
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Der eine Zweig (I) setzte sich über die Hengste „Flotow“,
„Dorn“ und „Schutzwart“ fort. Die „St. Pr. St. Schutzhirtin“
(I/12) gelangte 1953 mit der Heirat des einzigen Sohnes,
Ulrich, nach Talge (C). Aus der Anpaarung mit dem renommierten
Stempelhengst „Flügeladjutant“, stammte die „St. Pr. St.
Flügelsiegel“ (I/13), die 1961 und 1963 jeweils zur Siegerstute
der Stutenschau in Badbergen gekürt wurde und diesen Titel
auch auf der Weser-Ems-Schau in Oldenburg errang. Das erste
Fohlen ihrer Enkelin, „Waldbühne“ (I/15) aus der Anpaarung
mit dem bildschönen Vollblüter „Cardinal xx“ sorgte als
Dressurpferd bis zur Klasse S für Furore und war u.a. Medaillengewinner
bei Deutschen Jugendmeisterschaften. Mit „Akazie“ (I/16)
und „Burgfee“ (I/17) wurde der Stamm über zwei weitere Generationen
fortgesetzt. Nach dem Verkauf dieser beiden Stuten ist dieser
Zweig des Stammes inzwischen nicht mehr im Familienbesitz.
Sehr erfolgreich bis zur Klasse S wird aber aktuell noch
eine „Grand Galopin“-Tochter aus der „Akazie“ im Springsport
eingesetzt.
Wesentlich mehr Bedeutung hat bis heute der zweite Zweig
des Stammes erhalten. Ausgehend von der „St. Pr. St. Schmugglerin“
(9), setzte er sich zunächst über die Hengste „Denksport“
und „Cyclon“ fort, wobei die Stute „Chefin“ (II/11) vom
„Cyclon“ ebenfalls von Vehs (B) nach Talge (C) gelangte.
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Ehrung für den 100-jährigen Stamm Ulrich
Nietfeld und der Verbands-vorsitzende, H. v. d. Decken
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Kartenausschnitt des Artlandes mit denjenigen
Höfen, auf denen der Stamm in den letzten ca. 125 Jahren beheimatet
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Der Strukturwandel in der Landwirtschaft und die damit einhergehende
starke Reduzierung der Pferdebestände in den 50er und 60er
Jahren machten jedoch auch vor diesem Stamm nicht halt. So
wurde die „St. Pr. St. Flügelmeer“ (II/12) an Rudolf Meyer
zu Devern, Grothe (D) verkauft, der mit diesem Stamm aber
weiterhin züchterisch nutzte. 1979 erwarb Ulrich Nietfeld
ein Lungau-Stutfohlen aus der „Fioretta“ (II/14) und holte
damit diesen Teil des Stutenstammes auf den Hof in Talge zurück.
„Lotosblume“ (II/15) verankerte sich in der Folge mit zwei
Töchtern nachhaltig in diesem Stamm. Zunächst gelang dies
über die hochprämierte „St. Pr. St. Andorra“ (II/I/16) vom
Abajo xx, die u.a. zweimal Siegerstute der Schau in Badbergen
war. Eine weitere Vollbluttochter, die zehn Jahre jüngere
„St. Pr. St. Exponat“ (II/II/16) vom Exorbitant xx bewährt
sich seit dem Jahr 2001 in der Zucht. Über die „St. Pr. St.
Andorra“ (II/I/16) wird der Stamm gegenwärtig mit der „St.
Pr. St. Walhalla v. Weltmeyer“ (II/I/I/17) und „St. Pr. St.
Minerva“ (II/I/II/17) vom „Metternich“ weiter geführt, die
allesamt mehrfach Siegerstuten der Badberger Stutenschau waren.
Ein Hengstfohlen vom „Metternich“, wurde im Jahr 2000 gekört
und in die USA verkauft. Der „St. Pr. St. Walhalla“ gelang
es 1996, das Artlandchampionat für sich zu entscheiden. Zudem
war sie anlässlich der Verbandsstutenschau (Ratje-Niebuhr-Schau
in Verden) an dritter Stelle platziert. Besondere Erfolge
konnten in den 90er Jahren die Stutenfamilien dieses Stammes
für sich verbuchen. Viermal gewannen Stuten aus dieser Linie
den Otto-Enders-Preis für die beste Familie der Stutenschau
in Badbergen. 1995 errang die Familie in der Besetzung „Lotosblume“
(II/15), „St. Pr. St. Andorra“ (II/I/16) und „St. Pr. St.
Walhalla” (II/I/17) den Titel der “Reservesiegerfamilie” auf
der überregionalen “Louis-Wiegel-Schau”. 1998 war die Familie
mit einer Wertnote von 9,4 die höchstprämierte Familie im
gesamten Hannoverschen Zuchtgebiet. Mit Walhallas Tochter
der „St. Pr. St. Djakarta“ (II/I/I/18) befindet sich zur Zeit
die 18. Generation dieses Stutenstammes im aktiven Zuchteinsatz.
Ihr Vollbruder „Dean Martin“ zählte 2002 zu den Preisspitzen
der Verdener Herbstauktion. |
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